Datenerhebung im Feld

Feldzugang Um der Frage nach den Bedingungen für den beruflichen Einstieg und der Entwicklung der beruflichen Laufbahn auf den Grund gehen zu können, bot es sich an mit Frauen zu sprechen, die bereits ein Studium abgeschlossen haben und im Berufsleben stehen. Die Suche nach geeigneten Personen stellte sich als schwieriger heraus als zunächst angenommen. Von vier Frauen, die auf die Anfrage mir als Interview-Partnerinnen zur Verfügung zu stehen, zugesagt hatten, blieben am Ende nur zwei. Bei den Interview-Partnerinnen handelt es sich zum einen um die 32 jährige, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, die nach dem erfolgreichen Abschluss eines Sozialpädagogik Studiums einer Teilzeittätigkeit (30 Std.) in der Jugend- und Drogenberatung nachgeht. Vor ihrem Studium hatte sie bereits erfolgreich eine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen und 2008 ihr Studium beendet. Im Folgenden steht das Pseudonym E. S. für diese Interview- Partnerin. Die zweite Interview-Partnerin, Frau F. (38) lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und den Schwiegereltern zusammen. Sie hat den Diplomstudiengang Psychologie mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie im Jahr 1997 erfolgreich abgeschlossen. Sie arbeitet derzeit als Personalreferentin in einem großen, deutschen Automobilkonzern. Ihre wöchentliche Arbeitszeit beträgt ebenfalls 30 Stunden. Die Umsetzungen der Interviews gestalteten sich sehr unterschiedlich. Während es möglich war mit Frau F. einen Termin zu vereinbaren und ein direktes „face-to-face“ Gespräch zu führen, war es für das Interview mit E.S. einfacher auf das Online-Verfahren zurückzugreifen. Aus technischen Gründen war es nicht möglich das Interview per „Skype“ durchzuführen, von daher nutzten wir die Kommunikationsplattform „ICQ“ und führten ein Chat-Interview durch. Beide Gesprächssituationen wurden von den Beteiligten als entspannt und angenehm empfunden. Bereits bei den diversen Kontakten vor dem eigentlichen Interview war es einfach ins Gespräch zu kommen. Gegenseitige Sympathien wurden recht schnell entwickelt, was sicherlich ebenfalls zu den angenehmen Interview-Situationen beigetragen hat. Interview Das erste Interview mit E.S. fand recht spät am Abend statt, da sowohl die Interview-Partnerin, als auch die Interviewerin eine ungestörte Situation zusichern wollten. Gegen 22 Uhr fanden sich beide in der zuvor vereinbarten Kommunikationsplattform ein. Das „Gespräch“ war von Anfang an eng verknüpft mit den Fragestellungen auf dem zuvor ausgearbeiteten Leitfaden. Dieser Leitfaden wurde nach Sichtung eines von E.S. ausgefüllten Kurzfragebogens erstellt. Im Kurzfragebogen wurden grundlegende Fragen nach dem Familienstand, der Anzahl der Kinder sowie der Dauer des Studiums und des erreichten Abschlusses gestellt. Gerade bei diesem, für die Interviewerin, ersten Versuch eines Interviews nach Witzel war es nicht einfach die Anforderungen des PZI einzuhalten. Die relativ offen gehaltene „vorformulierte Eingangsfrage“ sollte einen guten Einstieg in die Thematik bieten (vgl. Witzel, 2000, S. 5). Im Nachhinein stellte sich die gewählte Frage in diesem ersten Interview mit E.S. als vermutlich sehr ungünstig und viel zu sehr beschränkt auf eine vorgegebene Richtung dar. Der weitere Verlauf des Chatinterviews klammerte sich an präzise gestellte Fragen, eine offene, freie Erzählsituation ist leider nicht entstanden. Das zweite Interview fand an einem Vormittag bei der Interview-Partnerin Zuhause statt. Der Leitfaden für dieses Interview stand wieder in Verbindung mit dem vorab angefertigten Kurzfragebogen und enthielt einige Anmerkungen zu den künftigen Fragestellungen und Gesprächsentwicklungen und wie diese womöglich günstig zu beeinflussen wären. In diesem Interview ist es der Interviewerin besser gelungen sich an die Vorgaben des Problemzentrierten Interviews nach Witzel zu halten. Gelegentlich gestaltete sich das Gespräch so offen, dass es einer Aufforderung bedurfte, um die eigentliche Thematik nicht aus den Augen zu verlieren. Doch ist es deutlich, dass in keinem der beiden Interviews durchgehend alle Fragen aus dem laufenden Gespräch entwickelt werden konnten, sondern immer wieder eine „gewöhnliche“ Interview-Situation entstanden war.

25.1.11 10:19

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